Er fror nicht einmal.
Die Leere in seinem Kopf, der Schmerz in ihm, wurde von der Kälte betäubt.
Er wusste nicht einmal was geschehen war.
Wie es geschehen konnte.
Er wusste nur das es einmal wieder Streit gab.
Den ersten hatte er mildern können, in dem er sie hatte sich austoben lassen.
Den zweiten… wusste er nicht einmal warum.
Gut er ahnte es…
War es seine unüberdachte Äußerung über Malachais und seinem Frauengeschmack?
War es doch nur um ihr zu sagen, das er damit durchaus auch an sie interessiert hätte sein können wenn er Verdania nicht hatte.
“Fettnäpfchentreter!”
hörte er Adrians Stimme in seinem Kopf.
Wie oft hatte er seinen Freund das sagen hören? Wie oft hatte er mit einer unbedachten Äußerung jemanden vor den Kopf gestossen?
Gut zum Glück nicht bei Diplomatischen Gesprächen, wenn er Graf oder Ritter war, passierte es ihm viel weniger, als wenn er es gerade genoss nur Rafael sein zu können.
Wie es bei Corinne durfte.
Wenn er einfach sagen konnte was er gerade dachte.
War es jener Satz gewesen der sie in Rage gebracht hatte?
Zum zweiten Mal an diesem Abend.
Sie ließ es ihn auch nicht wissen.
Wollte mit Hudgarr ihren Frust rausboxen, mit ihm reden.
Zornig darüber, hatte er sich eine Flasche Rum genommen und war in den Garten gegangen.
Nicht bemerkend das sie ging.
Als er es bemerkte war sie lange schon fort.
Er ritt ihr nach.
Berchgard, ihr Haus … Leer.
Eisige Finger umklammerten sein Herz. Seine Gedanken überschlugen sich, während er sich zurück zum Rathaus begab.
Für den Moment hatte er überlegt einfach bei ihr zu warten.
Aber wenn sie nicht dort war, würde sie ihn wohl kaum sehen wollen.
Ihn nicht sehen wollen…
Erneut krampfte sich sein Magen zusammen. Wohin war sie gegangen? Sein Herz mitreissend?
Niemals mehr lieben das wollte er damals.
Er hatte es wieder getan. Sie hatte ihn mit ihrem Wesen dazu gebracht sämtliche um sich gebaute Mauern fallen zu lassen und sich mit seinem gesamten Sein ihr zu ergeben.
Als die Kälte dann doch begann seinen Körper hoch zu kriechen, entschloss er sich dazu mit dem Schiff zu seinem Lieblingsort zu fahren.
Dort wo er immer war wenn er nachdenken wollte, wo man ihn nicht kannte.
Fuachtero.
Eisig kalt doch auch wundeschön in dem Weiss das sich darbot.
Hier war er nur einer unter vielen.
Wobei Viele sehr hochgegriffen war. Er hatte außer Colin dem Bar und Herbergenbesitzer noch nie wen hier angetroffen.
So jedenfalls stapfte er dann zum Schiff und erstarrte.
Corinne …
Er musste blinzeln, hoffte das sie nicht nur Sinnbild seines Begehrens war, seines inneren Wunsches sie nun bei sich zu haben.
Wie sie da stand… verloren wirkend, so verletztlich, das er innehalten musste, sie nicht einfach in seine Arme zu ziehen. Ihr zu sagen das er sich schützen wolle, sie halten küssen, bis einfach alles wieder gut war.
So jedoch, starrte er nur, angespannt, die Selbstbherrschung auf einer harten Probe gestellt.
“Hast du was Warmes an?!”
Meinte er einfach ihrem Blick auweichend.
Ihr war nicht kalt.
“Komm!” meinte er einfch und ging an Bord des Schiffes, ohen zu sehen nur zu hoffen das sie ihm folgte.
Ihr schien es nicht viel anders zu gehen. Unsicher ihr Blick ihn nun wieder wie früher siezend.
Aber sie folgte ihm.
Das Schiff warf alte Erinnerungen auf.
Hier hatte er sie zum ersten Male in den Arm genommen.
Hier war ihre eigene kleine Welt gewesen wo sie einander nah sein konnten.
Im Moment verunsicherte es ihn jedoch und er atmete fast auf als sie Fuachtero erreichten.
Wortlos führte er sie in die Taverne, setzte sich mit ihr weitab von Colin der eh wenig Worte der Reichssprache verstand.
Er machte sich noch die Mühe etwas zu trinken zu holen dann setzte e sich zu ihr, den Blick fest auf sie gerichtet. “Ich will wissen was los war, ich verstehe nichts von dem was gerade passiert ist.” begann er sofort, und sie begann es zu erklären.
Natürlich hatte er sie mal wieder verletzt. Er hasste sich für den Moment dafür, verbarg es aber um ihr weiter zu zu hören.
Er war wütend auf sich , wütend auf Torjan … und doch fraß der Gedanke an ihm das es werden könnte wie mit Rahel damals sie Probleme mit seinen Freunden bekam.
Nein.. viel wichtiger war im Moment dieses … WIR.
Sie war unsicher geworden durch seine Worte, durch seine Vergangenheit, durch die ganzen Gerüchte die es gab. Gerüchte, denn er hatte seit Rahel vor 8 Monden keine Frau mehr gehabt. Und Rahel … nur ein .. ein einziges Mal hatte er ihr gegenüber diese drei Worte gesprochen die er Corinne jede Minute erklären und zeigen wollte.
“Selbst wenn ich interesiert gewesen wäre.” hatte er erklärt “Ich will dich heiraten? Das hatte ich niemals mehr in Erwägung gezogen.”
“Ich kann euch nicht heiraten Erlaucht” war ihre Antwort gewesen, was er nicht gelten lassen konnte. “Corinne ich habe eine Vergangenheit, das kann ich nicht leugnen, aber ich sehe mit dir meine Zukunft, und vorhin ich wusste nicht einmal was los war.”
Sie hatte ihn ruhig angesehen wärend sie dann meinte “Das habe ich nie verlangt oder erwartet. ich wusste sehr genau worauf ich mich mit euch einlasse”
Wusste sie das wirklich? Er hatte mühe sich zu bremsen als er begann auf zu zählen.
“Nein ich glaube nicht wirklich. Du kannst nicht mit mir streiten, Ich verletzte dich dauernd, bringe dich in Rage trete von Fettnapf zu Fettnapf…” sie unterbrach ihn mit einem Satz..
Einem einzigen der ihn sofort berührte, ihn Lächeln ließ.
“Wenn wir streiten endet es nur damit das wir beide zerbissen und zerkratzt sind.”
Ein Satz der die ganze Situation entspannte.
Er verstand ihre Wut, ihre Unmut als sie erklärte was genau vorgefallen war und doch wirkte sie gebrochen als sie erklärte was sie immer und immer wieder durchgemacht hatte, wegen ihm. Von seinem Brief angefangen, den Gerüchten bis jetzt.
Liebe …
Nein das war kaum ihr Problem.
Sie liebten einander.
Und doch standen sie hier und stritten.
Teilweise redeten sie einander vorbei, und er wusste noch immer nicht was sich geändert hatte, Es waern die gleichen Gefühle… die gleiche Sehnsucht.
Doch sprach er aus was er für den Moment dachte.
“Nur willst du mir nicht mehr so nah sein … außerhalb?”
In seiner Stimme klang wohl die Wut, der Zorn mit den er in diesem Moment fühlte, als er auch bemerkte das er die Tränen die in ihm aufstiegen nicht mehr zurückhalten konnte.
Er wollte sie nicht verlieren.
Sie nicht und auch seine Freunde nicht.
Corinne musste jenen Unterton wohl gehört haben denn sie wich unsicher zurück .
“Ich will dir IMMER nah sein.” wisperte sie und löste damit die Verzweifelung in ihm erst recht aus.
“DANN TU ES DOCH VERDAMMT!!!” brüllte er, sah sie mit Tränenverschleiertem Blick an.
Ich wollte nie wieder eine Frau wirklich lieben…
Dann kamst du!
Ich wollte nie wieder auch nur an Heirat denken…
DANN kamst du!!!
Ich wollte mich nie wieder an jemanden verlieren…
Dann kamst du
Und jetzt steh ich hier und weiss nichts mehr. Ich wollte dich nie verletzen! Dir nie weht tun.”
“Das hast du auch nicht, aber versteh doch… du bist in so vielen dingen der erste.
was für dich unzählige male geschehen ist, ist für mich das erste mal.”
“Und in manchen Dingen möchte ich auch der Letzte bei dir sein. Verdammt.”
“Ich habe angst ohne dich diesem… diesem… haifischbecken ausgesetzt zu sein
du sollst verdammt nochmal in all diesen dingen der letzte sein weil du der richtige bist.”
“Und was ist nun anders?” fragte er voller Wehmut
“Es ist nichts anders. Ich verstecke es nur nicht mehr vor dir das ich angst habe ohne dich zu sein.”
Fast perplex sah er sie an.
Angst? … Sie hatte Angst.
Das war kaum vorstellbar für ihn.
Sie war stets eine Frau die wusste was sie wollte. Niemals hatte er gedacht das es irgendetwas gab das sie fürchten konnte.
Fast unbeherrscht zog er sie in seine Arme, als der Damm zu brechen begann, und er seiner Sehnsucht nach gab, und sie schmiegte sich hinein.
Es fühlt sich so richtig an so vollkommen.
Er hatte nie das Gefühl gehabt sie brauchte wirklich jemanden der sie schützte, gar das sie dies nicht wollte und doch war sei verletztlicher als er es hatte sehen wollen.
Welch Narr er war.
Leise, still die Nähe genießend, hielten sie sich
Sprachen über ihre Gefühle über das was war und es dauerte so auch nicht wirklich lange bis ihre Herzen wieder im Einklang schlugen.
Gemeinsam fuhren sie zurück nach Berchgard.
Hielten sich genossen die Nähe die sie einander geben konnten, und die Nacht die sie diesmal miteinaner verbrachten war durchtränkt von der Leidenschaft, und der vergangenen Angst einander zu verlieren.